Die Printkampagne für die Evangelische Kirche Württemberg gehört zu meinen Lieblingen – nicht nur deshalb, weil sie so erfolgreich war. Im jeweiligen Erscheinungszeitraum der Vorweihnachtszeit wurde jede Woche ein großer Stapel Zuschriften direkt auf meinen Schreibtisch geliefert, die das Evangelische Medienhaus aufgrund einer winzigen, auf den Anzeigen abgedruckten E-Mail-Adresse erhielt. Der Tenor war beachtlich positiv. Beachtlich auch deshalb, weil ich zwei Jahre brauchte, um dem für die Kampagne auf Kundenseite verantwortlichen, damaligen Pressesprecher Hans-Christof Vetter zu erzählen, dass ich nie getauft wurde und konfessionslos bin.
Motiv:
Kohlen
Headline:
Gehen Sie barfuß über glühende Kohlen. Oder einfach in die Kirche.
Copy:
Diskussionsrunden im Fernsehen, Abhandlungen im Esoterik-Magazin oder Selbstfindungskurse in der Wüste Gobi: heutzutage suchen viele den Sinn des Lebens auf seltsame Arten an mancherlei Orten. Dabei kann man das auch einfacher haben. Der Ursprung aller Weisheit liegt mehr als 2.000 Jahre zurück und gleich um die Ecke. In der Bibel und der Kirche nämlich. Sinn und Trost, Hoffnung und Freude. Hilfe, Zuwendung, Gemeinschaft und Begleitung. Das sind Werte, die dort gelebt werden. Vielleicht sollten Sie dort mal suchen. Tut auch nicht weh.
Claim:
Kirche. Mehr als man glaubt.
Motiv:
Sonntag
Headline:
Verdammt, schon wieder Sonntag!
Copy:
Das Wochenende ist vorbei, man wird unsanft von Presslufthämmern und Autohupen aus den Federn gerissen, der Hund muss Pipi. Ausschlafen war gestern, heute ist Sonntag. Sonntag? Sie haben sich nicht verlesen – wenn man das eben beschriebene Szenario betrachtet, denkt man natürlich unwillkürlich an den ungeliebten Montag. Denn der Sonntag steht in unserer Kultur noch immer für die Möglichkeit Kraft, Ruhe und Besinnung zu finden. Aufzutanken. Oder in die Kirche zu gehen. Das alles findet an einem Tag statt, an dem eigentlich alle Menschen Zeit haben sollten. Bei der Diskussion über Wochenendarbeit und Ladenöffnung wird aber der letzte Tag der Woche zu einem Tag wie jeder Andere. Und dabei geht eine ganze Menge verloren. Denken Sie mal drüber nach. Vielleicht nächsten Sonntag, wenn Sie Zeit haben.
Claim:
Kirche. Mehr als man glaubt.
Motiv:
Schlank
Headline:
Schlank durch Kirche.
Copy:
Nehmen wir einmal an, Sie wollen sich sportlich betätigen und kaufen sich einen Heimtrainer (so ein Fahrrad, mit dem man nirgendwo ankommt). Nach zwei Wochen regelmäßigen Radelns kommt Ihnen zum ersten Mal etwas dazwischen und Sie schieben die nächste „Sitzung“ auf. Das passiert drei, viermal und – schwupps! – schon ist es vorbei mit der guten Figur. Würde Sie aber jemand regelmäßig zum Joggen abholen, sähe das schon ganz anders aus. Auffallend an der ganzen Geschichte ist, dass es Dinge gibt, die man alleine tun kann. Die aber in der Gemeinschaft viel besser funktionieren. Gläubig sein und christliches Verhalten leben können Sie auch zu Hause, klar. Aber gemeinsam geht‘s besser. Und übrigens: es macht auch noch mehr Spaß.
Claim:
Kirche. Mehr als man glaubt.
